Legacy Fast Check: Ein JSF-Backoffice steuerbar machen

Ein Enterprise-Kunde aus dem Finanzdienstleistungssektor in der DACH-Region steuerte seine zentralen Vertriebsprozesse über ein gewachsenes, Java-/JSF-basiertes Backoffice. Die Anwendung war geschäftskritisch, ihr technischer Zustand und ihre Zukunftsfähigkeit waren jedoch nicht mehr belastbar bewertbar. Deshalb führte7P einen Legacy Fast Check durch, um in kurzer Zeit Transparenz über Architektur, Wartbarkeit, Sicherheitslage und sinnvolle Entwicklungsoptionen zu schaffen.
Managed Legacy Service

Auf einen Blick

Kunde
Ein Enterprise-Kunde aus der Finanzdienstleistung in DACH mit mobiler Beratungs- und Außendienst-Gruppe
Umfang
Eine Java/JSF-basierte Vertriebs-Backoffice-Anwendung, die Kampagnen, Beraterkonfiguration, Provisionsregeln, Freigabe-Workflows und Mobile-App-Konfiguration steuert
Analysierte Codebasis
~190.000 Zeilen Java in ~1.150 Quelldateien; 118 JSF-Views; 62 Backing/Managed Beans
Integrationsfläche
11 Backend-Integrationen (CRM, Finanzen, Identity, Reporting, Dokumenten-Management, Mobile-App-Konfiguration); 7 Batch- und Scheduler-Jobs
Nutzerfläche
~750 Backoffice-Nutzer (Vertriebsoperationen, Finanzen, Compliance, regionale Administration, Support); ~12.000 mobile Außendienst-Anwender indirekt betroffen
Methode
7P Legacy Fast Check: Scan. Score. Strategize.
Werkzeuge
25 automatisierte Analyse-Tools, KI-Pipeline, Experten-Walkthrough, Coding-Agent-Walkthrough
Time-to-Verdict
Scans in Stunden; vollständiges Assessment in rund drei Wochen ausgeliefert
Lieferobjekte
Bewerteter Ist-Zustandsbericht, priorisierte Top-10-Liste, JSF-zu-Jakarta-Migrationsbewertung, Traceability-Map für Provisionsregeln, UI-Komplexitäts- und Backing-Bean-Inventar, Mobile-Konfigurations-Kompatibilitätsmatrix, Strategic Evolution Roadmap, Service-Übernahme-Checkliste

Das Unternehmen

Der Kunde ist ein Finanzdienstleister in der DACH-Region, der über einen mobilen Beratungs- und Außendienst verfügt. Rund 750 Nutzer im Backoffice arbeiteten direkt mit der Anwendung, während etwa 12.000 Außendienstmitarbeiter indirekt von ihren Einstellungen und Freigaben betroffen waren. Das Backoffice ein geschäftskritisches System, das direkten Einfluss auf operative Prozesse und fachlich sensible Entscheidungen hatte.

Ausgangssituation

Die Anwendung entstand in den Jahren 2014 bis 2016 als pragmatische, JSF-basierte Administrationsoberfläche. Für die damaligen Anforderungen war das eine passende Lösung. Mit der Zeit kamen jedoch neue Produkte, zusätzliche Rollen, regionale Besonderheiten, Kampagnenlogiken und weitere Anforderungen hinzu. Immer mehr Regeln, Ausnahmen und operative Sonderfälle wurden in der Anwendung abgebildet, da dies der naheliegende Ort dafür war.

Gleichzeitig veränderte sich das Umfeld. Das Wissen über technische Zusammenhänge konzentrierte sich zunehmend auf wenige Personen, während Änderungen am System immer seltener wurden. Die Fachbereiche arbeiteten zwar weiterhin mit den bestehenden Masken, in der IT wuchs jedoch die Unsicherheit darüber, welche Auswirkungen Anpassungen tatsächlich haben würden. Insbesondere im Zusammenspiel mit Kampagnenzyklen, Freigaben und Monatsabschlüssen fehlte eine belastbare Grundlage, um Risiken und Weiterentwicklungen sinnvoll bewerten zu können.

Bevor der Kunde in Stabilisierung oder Modernisierung investieren konnte, brauchte er deshalb Antworten auf folgende Kernfragen:

  • Wo liegen die größten technischen und fachlichen Risiken?
  • Welche Themen müssen kurzfristig adressiert werden?
  • Welche Evolutionspfade sind unter fachlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten realistisch?

Lösung

7P hat die Anwendung nicht als technisches Altsystem isoliert betrachtet, sondern als geschäftskritisches Backoffice mit direkter Relevanz für operative Abläufe und fachlich sensible Regeln. Zu diesem Zweck wurden automatisierte Code- und Sicherheitsanalysen, KI-gestützte Auswertungen sowie Experten-Reviews miteinander kombiniert. So entstand in kurzer Zeit ein belastbares Gesamtbild hinsichtlich technischer Qualität, Architekturzustand, Regelverortung und Betriebsreife.

Maßgeblich war dabei nicht nur die Identifikation einzelner Schwachstellen. Mit dem „Legacy Fast Check” sollten zahlreiche technische und fachliche Befunde zu einer für das Management geeigneten Entscheidungsgrundlage aufbereitet werden.

Der Legacy Fast Check folgte dabei einem dreistufigen Prozess:

  1. Scan: Analyse von Codebasis, Architektur, Sicherheitslage und fachlich kritischen Regelbereichen.
  2. Score: Bewertung der Befunde im Hinblick auf Risiko, Wartbarkeit und Zukunftsfähigkeit.
  3. Strategize: Entwicklung konkreter Handlungsoptionen für Stabilisierung, Weiterentwicklung und Modernisierung.

Das vollständige Assessment wurde innerhalb von rund drei Wochen geliefert.

Sebastian Grundhöfer
Senior Solution Engineer
Stimme aus dem Projekt
„Der Fast Check hat sichtbar gemacht, welche Risiken tatsächlich die finanzielle Korrektheit betreffen und was vor allem ein technisches Problem ist. Damit wurde die Diskussion auf Vorstandsebene erst wirklich fundiert.“

Das Ergebnis

Der Fast Check ergab, dass das Backoffice seine geschäftliche Funktion weiterhin erfüllte, seine technische und strukturelle Basis jedoch über die Jahre an Belastbarkeit verloren hatte. Viele dieser Schwächen wirkten sich direkt auf die Änderbarkeit, Nachvollziehbarkeit und fachliche Verlässlichkeit des Systems aus.

Fachlich kritische Regelverortung

Geschäftskritische Regeln waren nicht klar an einer Stelle verankert. Die fachliche Logik rund um Provisionen, Freigaben und Konfigurationen verteilte sich auf unterschiedliche Teile der Anwendung. Dadurch wurde es zunehmend schwieriger, Änderungen sicher einzugrenzen und deren Auswirkungen vorab verlässlich einzuschätzen.

Architekturelle und technologische Grenzen

Gleichzeitig zeigte sich, dass die Anwendung strukturell stark gewachsen war. Der bestehende JSF-Stack war zwar weiterhin tragfähig für den laufenden Betrieb, erwies sich bei Veränderungen und Modernisierungsschritten jedoch als zunehmend anspruchsvoll. Auch ein möglicher Migrationspfad in Richtung Jakarta war deutlich komplexer als von außen erkennbar.

Betriebs- und Auditperspektive

Die Analyse ergab, dass technische Nachvollziehbarkeit und verlässliche Betriebsmechanismen nicht überall in dem Maß vorhanden waren, das für ein geschäftskritisches System in einem regulierten Umfeld langfristig notwendig ist.

Was der Kunde erhalten hat

Ist-Zustandsbericht
Transparente Bewertung von Architektur, Wartbarkeit und Sicherheit
Top-10-Sofortmaßnahmen
Priorisierte Verbesserungen mit hoher Wirkung
Strategic Evolution Roadmap
Sieben bewertete Modernisierungsoptionen
Traceability-Map
Transparenz über geschäftskritische Provisionslogik
Service-Übernahme
Grundlage für eine schnelle Betriebsübernahme
Dashboard
Interaktive Auswertung aller Analyseergebnisse

Die Entscheidung, die der Kunde jetzt vertreten kann

Mithilfe des „Legacy Fast Check“ konnten die nächsten sinnvollen Maßnahmen ermittelt werden. Anstatt die Zukunft des Backoffices weiter grundsätzlich zu diskutieren, ließ sich nun belastbar einschätzen, an welchen Stellen kurzfristig gehandelt werden musste und wo eine schrittweise Weiterentwicklung ausreichte. Gleichzeitig kristallisierten sich die Themen heraus, die vor einer größeren Investition geklärt werden mussten.

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Ein Portrait unseres Ansprechpartners für Künstliche Intelligenz, Michael Hess.
Michael Heß
Area Manager Software Development