Compliance Security

Netzwerk Resilienz zum Schutz unternehmenskritischer Infrastruktur

Cyberangriffe, Naturkatastrophen oder technische Ausfälle können verheerende Auswirkungen auf die kritische Infrastruktur von Unternehmen haben. Wer hier die Resilienz seiner Netzwerke vernachlässigt, handelt fahrlässig und riskiert nicht nur finanzielle Verluste, sondern auch den Ruf des Unternehmens, das Vertrauen der Kunden und rechtliche Konsequenzen. Wollen Sie das Schicksal Ihres Unternehmens dem Zufall überlassen? Eine robuste Netzwerkinfrastruktur ist heute keine Option mehr – die Resilienz von Netzwerken ist ein Schlüsselfaktor für den reibungslosen Betrieb und die Sicherheit kritischer Infrastrukturen in Unternehmen.

Was ist Netzwerk Resilienz?

Netzwerk-Resilienz bezeichnet die Fähigkeit eines Netzwerks, Störungen effektiv zu absorbieren, sich schnell anzupassen und den Normalbetrieb zügig Gerade für Unternehmen, die auf zuverlässige IT-Systeme angewiesen sind, ist dies von existenzieller Bedeutung. Wer hier nachlässig agiert, gefährdet die Stabilität seines gesamten Geschäftsbetriebs.

Grafik zur Netzwerk-Resilienz mit vier Phasen

Die 4 Säulen der Netzwerk-Resilienz:

  1. Prävention:
    Maßnahmen zur Minimierung der Wahrscheinlichkeit und der Auswirkungen potenzieller Störungen durch regelmäßige Sicherheitsupdates, den Einsatz von Firewalls und die Implementierung von Zugangskontrollen.
  2. Erkennung:
    Moderne Überwachungssysteme und Analysetools helfen, ungewöhnliche Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und zu analysieren.
  3. Reaktion:
    Schnelle Maßnahmen wie die sofortige Isolation betroffener Netzwerksegmente und die Einleitung von Gegenmaßnahmen minimieren die Auswirkungen einer Störung.
  4. Wiederherstellung:
    Nach der Behebung einer Störung sorgen gut durchdachte Wiederherstellungspläne und regelmäßige Backups für eine schnelle Rückkehr zum Normalbetrieb.

Herausforderungen für die Netzwerk Resilienz

Unternehmen stehen heute mehr denn je vor der Herausforderung, die Belastbarkeit ihrer Netzwerke zu sichern:

  1. Cyberangriffe: DDoS-Attacken, Ransomware und Phishing können Netzwerke lahmlegen, den Geschäftsbetrieb massiv stören und zu erheblichen finanziellen Verlusten und einem Vertrauensverlust bei den Kunden führen.
  2. Naturkatastrophen: Brände, Erdbeben, Überschwemmungen oder Stürme können physische Schäden an der Netzwerkinfrastruktur verursachen und die Verfügbarkeit kritischer Dienste beeinträchtigen. Eine sorgfältige Planung und der Einsatz redundanter Systeme helfen, die Betriebsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
  3. Technische Ausfälle: Hardwaredefekte, Softwarefehler oder menschliches Versagen können unvorhergesehene Netzwerkunterbrechungen verursachen, die ohne geeignete Backup- und Wiederherstellungsstrategien die Produktivität beeinträchtigen und zu Datenverlusten führen.
  4. Komplexität der Netzwerke: Moderne Netzwerke bestehen aus verschiedenen Komponenten und Technologien, was die Verwaltung und die Anfälligkeit für Störungen erhöht. Nur durch sorgfältige Planung und regelmäßige Überprüfung der Netzwerkinfrastruktur kann diese Komplexität bewältigt werden.
  5. Regulatorische Anforderungen: Immer strengere Compliance-Anforderungen an die Sicherheit und Verfügbarkeit der IT-Sicherheit erfordern kontinuierliche Anpassungen, Investitionen in Sicherheitstechnologien und umfassende Sicherheitsstrategien.

Strategien zur Stärkung der Netzwerk Resilienz

Die Stärkung der Netzwerkresilienz erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Unternehmen müssen verschiedene proaktive und umfassende Strategien kombinieren, um ihre Netzwerkinfrastruktur robust und widerstandsfähig zu gestalten. Im Folgenden werden Best Practices vorgestellt, die sich in der Praxis bewährt haben. 

1. Netzwerkdesign- und Architektur

  • Redundanz: Implementieren Sie redundante Netzwerkwege und -komponenten, um einzelne Ausfallpunkte zu vermeiden, indem Sie Backup-Verbindungen und -Systeme verwenden, die bei einem Ausfall sofort einspringen können.
  • Segmentierung: Unterteilen Sie das Netzwerk in logische Segmente, um die Ausbreitung von Störungen zu begrenzen und die Verwaltung zu erleichtern.
  • Load Balancing: Verwenden Sie Load Balancer, um den Datenverkehr gleichmäßig auf mehrere Server zu verteilen und die Belastbarkeit des Netzwerks zu erhöhen.

2. Sicherheitsmaßnahmen

  • Firewalls und Intrusion Detection Systems (IDS): Setzen Sie Firewalls und IDS als erste Verteidigungslinie gegen Angriffe ein, um unautorisierten Zugriff zu verhindern und verdächtige Aktivitäten zu überwachen.  
  • Verschlüsselung: Verschlüsseln Sie sensible Daten während der Übertragung und Speicherung vor unbefugtem Zugriff, damit Angreifer keinen Zugang zu kritischen Informationen erhalten. 
  • Patch-Management: Halten Sie Ihre Systeme und Software durch regelmäßige Updates und Patches auf dem neuesten Stand, um Sicherheitslücken zu schließen und die Angriffsfläche für Cyberkriminelle deutlich zu reduzieren.

3. Monitoring und Erkennung

  • Netzwerküberwachung: Implementieren Sie Tools zur Überwachung des Netzwerkverkehrs und zur Erkennung von Anomalien, die auf potenzielle Störungen hinweisen. Diese Tools helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. 
  • Protokollierung: Erfassen und analysieren Sie Netzwerkprotokolle, um verdächtige Aktivitäten zu identifizieren und die Ursachen von Störungen zu ermitteln. Eine gründliche Analyse hilft, zukünftige Störungen zu vermeiden. 
  • Automatisierte Alarme: Richten Sie automatisierte Alarmsysteme ein, die sofort Benachrichtigungen an das IT-Team senden, wenn Störungen erkannt werden. So kann das Team schnell eingreifen und Probleme beheben.

4. Notfallplanung- und wiederherstellung

  • Disaster Recovery Plan (DRP): Entwickeln Sie einen umfassenden DRP, der regelmäßig getestet und aktualisiert wird und alle möglichen Szenarien sowie Wiederherstellungsmaßnahmen abdeckt.  
  • Backup-Strategien: Führen Sie regelmäßige und automatisierte Backups wichtiger Daten und Systeme durch, die an einem sicheren und leicht zugänglichen Ort gespeichert werden. 
  • Notfallübungen: Führen Sie regelmäßig Notfallübungen durch, um die Wirksamkeit Ihres DRP zu testen, Reaktionszeiten zu verkürzen, die Ausfallsicherheit zu erhöhen und das IT-Team auf reale Vorfälle vorzubereiten.

5. Schulung und Sensibilisierung

  • Mitarbeiterschulung: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig zu Netzwerksicherheit, Erkennungsmaßnahmen und Reaktionsstrategien. Gut geschultes Personal kann frühzeitig auf Bedrohungen reagieren und diese abwehren. 
  • Bewusstseinskampagnen: Führen Sie Sensibilisierungskampagnen durch, um das Bewusstsein für potenzielle Bedrohungen und Best Practices zur Vermeidung von Störungen zu erhöhen. Ein gut informiertes Team ist der Schlüssel zur Vermeidung von Sicherheitsvorfällen.

Praxisbeispiel: Netzwerk-Resilienz in der Praxis mit 7P

7P hat einen führenden Service Provider bei der Implementierung einer umfassenden, konzernübergreifenden Richtlinie zur Netzwerk-Resilienz unterstützt. Ziel dieser Richtlinie ist es, die kritische Infrastruktur kontinuierlich zu überwachen und sicherzustellen, dass alle Resilienzanforderungen erfüllt werden. Durch gezielte Maßnahmen konnte 7P die Resilienzstrategie verbessern. Kritische Dienste bleiben auch in Krisenzeiten zuverlässig verfügbar, was sowohl das Vertrauen der Kunden stärkt als auch die langfristige Integrität und Reputation der Marke schützt.

Die Richtlinie deckt mehrere Szenarien ab, die erhebliche Auswirkungen auf Mobilfunk- und/oder Festnetzkunden, den Umsatz und das Image des Unternehmens haben können:

  • Full Site Loss:  Durch die Implementierung von Redundanzen und Backup-Systemen kann der Datenverkehr im Falle eines Totalausfalls einer gesamten Standort-Infrastruktur automatisch auf einen oder mehrere sekundäre Standorte umgeleitet werden, wodurch die Kontinuität der Dienste und die Minimierung von Ausfallzeiten gewährleistet werden. 
  • Full Virtualised Applikation Loss: Die Implementierung einer umfassenden Backup/Restore-Lösung (Cybervault) verhindert einen Totalausfall der virtualisierten Netzwerkumgebung durch Cyberangriffe wie Ransomware und erlaubt eine schnelle Wiederherstellung der virtuellen Infrastruktur und aller darauf gehosteten kritischen Netzwerkfunktionen.  
  • GPS Failure: Im Falle eines GPS-Ausfalls wird automatisch auf eine alternative Zeitquelle umgeschaltet, um die Netzabdeckung und -funktionalität aufrechtzuerhalten und somit einen unterbrechungsfreien Betrieb zu gewährleisten.

Gewährleistung einer erfolgreichen Umsetzung durch 7P

Im Rahmen des Projekts hat 7P durch gezielte Steuerung und kontinuierliche Überwachung die erfolgreiche Umsetzung folgender Maßnahmen durch den Service Provider sichergestellt:

Ernennung und Bekanntmachung der relevanten RollenAlle für die Umsetzung der Richtlinienkontrollen relevanten Rollen wurden besetzt und im Markt bekannt gemacht. 
Einrichtung effizienter ProzesseEffiziente Prozesse zur Einhaltung der Netzwerk-Resilienz-Richtlinien wurden für einen reibungslosen Ablauf etabliert.
Aktualisierung der Standort-RisikobewertungenAlle Standort-Risikobewertungen wurden kontinuierlich aktualisiert und ein abgestimmter und genehmigter Aktionsplan entwickelt.
Wartung der kritischen InfrastrukturDie Liste der kritischen Infrastruktur und die Bewertung der Service-Level-Ziele wurden regelmäßig aktualisiert.
Risikobewertungen für neue StandorteUmfassende Risikobewertungen für neue Standorte, Dienste und größere Änderungen wurden durchgeführt und deren Auswirkungen kommuniziert.
Aktualisierung kritischer DokumenteAlle wichtigen Dokumentationen sind stets auf dem neuesten Stand, verfügbar und ordnungsgemäß archiviert.
NotfallwiederherstellungspläneFür die kritische Infrastruktur wurden umfassende Notfallwiederherstellungspläne erstellt und regelmäßig aktualisiert.
Regelmäßige Tests der Wiederherstellungspläne Alle Notfallwiederherstellungspläne werden regelmäßig auf ihre Wirksamkeit getestet.
Überprüfung der VerträgeRegelmäßige Überprüfung der Verträge mit Drittanbietern und Outsourcern sowie Anpassung an die Network Resilience Guidelines.
Berichterstattung bei RichtlinienverstößenBei Richtlinienverstößen oder Beinaheunfällen wurden detaillierte Berichte erstellt, die eine Analyse der Grundursache sowie Korrekturmaßnahmen enthalten.
Umsetzung der Erkenntnisse und KorrekturmaßnahmenErkenntnisse und Korrekturmaßnahmen aus allen Richtlinienkontrollen, Sicherheitsüberprüfungen und Audits wurden innerhalb der vereinbarten Fristen umgesetzt.
Konsolidierter BerichtAlle drei Monate wurde ein konsolidierter Bericht über den Status aller Richtlinienkontrollen für das obere Management erstellt.
SteerCo-MeetingsRegelmäßige SteerCo-Meetings wurden vorbereitet und moderiert, um alle Stakeholder auf dem Laufenden zu halten.
DryRuns zur QualitätsverbesserungDryRuns zur Überprüfung und Verbesserung der Qualität der Richtlinienkontrollen (Prozesse, Nachweise) wurden vorbereitet und durchgeführt.
Sensibilisierungsmaßnahmen und TrainingsSensibilisierungsmaßnahmen und Trainings zum Thema Netzwerk-Resilienz zur Stärkung des Bewusstseins und der Kompetenz der Mitarbeiter.

Die strategische Steuerung durch 7P hat wesentlich zur erfolgreichen Umsetzung der Netzwerk-Resilienz-Maßnahmen beigetragen. Das strukturierte Vorgehen und die klare Kommunikation haben das interne Team optimal unterstützt und die Einhaltung aller Richtlinien sichergestellt.

Netzwerk-Resilienz – Die wichtigsten Erkenntnisse

Die Fähigkeit eines Netzwerks, Störungen zu absorbieren, sich anzupassen und schnell wiederherzustellen, ist entscheidend für die Aufrechterhaltung geschäftskritischer Prozesse und Dienste. Daher ist der Einsatz von Netzwerk-Resilienz wichtig für den Schutz der kritischen Infrastruktur eines Unternehmens. Unternehmen stehen vor Herausforderungen wie Cyber-Angriffen, Naturkatastrophen, technischen Ausfällen, der Komplexität moderner Netzwerke und strengen regulatorischen Anforderungen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, müssen Unternehmen eine ganzheitliche Strategie zur Stärkung ihrer Netzwerkfestigkeit verfolgen.

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