

Branche | Finanzdienstleistungen/ Forderungsmanagement |
Leistungsbereich | Softwareentwicklung, Architektur, Requirements Engineering, DevOps |
Projektdauer | Ca. 5 Jahre (MVP nach 2 Jahren, anschließend Weiterentwicklung im laufenden Betrieb) |
Die Ausgangssituation
Die Kernanwendung zur Verarbeitung von Kunden-, Rechnungs- und Inkassodaten war über die Jahre hinweg gewachsen und hatte dabei eine Komplexität erreicht, die Anpassungen aufwändig und fehleranfällig machte. Neue fachliche Anforderungen ließen sich kaum noch umsetzen, ohne bestehende Funktionen zu gefährden. Der Kunde entschied sich daher für eine vollständige Neuentwicklung auf Basis einer neuen Architektur mit dem Ziel, künftig die IT an die Prozesse anzupassen statt umgekehrt.
Die Ablösung brachte eine Reihe konkreter Herausforderungen mit sich.
- Datenmigration: Die Übernahme der Bestandsdaten aus dem Altsystem erforderte eine sorgfältige Planung und exakte Durchführung. Dabei mussten die Konsistenz und Integrität der Kunden-, Rechnungs- und Inkassodaten zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein.
- Parallelbetrieb: Altsystem und Neuentwicklung mussten für eine definierte Übergangszeit gleichzeitig betrieben werden, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen.
- Systemintegration: Die Anbindung an bestehende und neue Systeme und Schnittstellen stellte eine eigenständige technische Herausforderung dar. Um Fehlerquellen frühzeitig zu identifizieren, war eine umfassende Testphase erforderlich.
- Technische Anlaufprobleme: In der ersten Betriebsphase des MVP traten Bugs und Performance-Probleme auf, die schnell behoben werden mussten, ohne dass das Altsystem vorzeitig abgeschaltet wurde.
- Change Management: Die Mitarbeitenden mussten sich an neue Prozesse und Benutzeroberflächen gewöhnen. Das erforderte gezielte Schulungen, eine klare Kommunikation über die anstehenden Veränderungen sowie aktive Unterstützung durch das Management, um Akzeptanz und Motivation in der Breite zu sichern.
- Feedback-Integration: Während der gesamten Entwicklungszeit musste der Kunde bereit sein, Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge aus dem laufenden Betrieb aktiv einzuholen und in die Weiterentwicklung einzuspeisen.
- Regulatorik: Von Beginn an musste die Anpassung an geltende regulatorische Anforderungen und Sicherheitsstandards in Architektur und Betriebsmodell verankert sein.
- Langfristiger Betrieb: Mit der Inbetriebnahme endete das Projekt nicht. Die kontinuierliche Wartung und Weiterentwicklung des neuen Systems waren von Anfang an als fester Bestandteil eingeplant, um zukünftigen Anforderungen gerecht werden zu können.
Die Lösung
Das Projekt umfasste rund 100 Mitarbeitende aus funktionalen und Querschnittsteams sowie weitere externe Dienstleister in einem multilingualen Umfeld. 7P war in allen zentralen Rollen vertreten: Teilprojektleitung, Requirements Engineering, Softwarearchitektur, Entwicklung und DevOps.
- Architektur und Tech-Stack
Das neue System wurde vollständig auf Basis einer Microservices-Architektur neu aufgebaut. Gemäß dem Prinzip des Domain Driven Design (DDD) wurde die Anwendung in fachliche Domänen aufgeteilt, die jeweils durch mindestens einen eigenständigen Microservice repräsentiert werden. Mit wachsendem Funktionsumfang stiegen auch die nichtfunktionalen Anforderungen, weshalb der Technologie-Stack entsprechend laufend angepasst wurde. - Qualitätssicherung
Jeder Microservice konnte vollautomatisch bis in die Live-Umgebung deployt werden. Die CI/CD-Pipelines orchestrierten mehrstufige Tests, darunter Unit-Tests (JUnit), lokale Integrationstests und vollautomatische End-to-End-Tests. Ein Deployment auf die Produktivumgebung erfolgte erst nach einer fachlichen und technischen Abnahme. - Rollen von 7P im Projekt
Die Requirements Engineers waren für die Anforderungsanalyse und Konzeption verantwortlich. Die Ergebnisse wurden in Epics erarbeitet und in User Stories aufgeteilt, damit das Entwicklungsteam sie schätzen und umsetzen konnte. Die Realisierung, der Test und der Betrieb der Applikationen wurden gemeinsam von Softwarearchitekten, Entwicklern und DevOps-Spezialisten verantwortet. - Projektorganisation
Die Teams arbeiteten agil. Bei Bedarf wurde das Vorgehen angepasst, unter anderem durch den Einsatz des Hive-Modells. Es strukturierte die Zusammenarbeit zwischen Teams mit unterschiedlichen fachlichen und technischen Spezialisierungen. Zudem wurde Feedback aus dem laufenden Betrieb aktiv eingeholt und in die Weiterentwicklung eingespeist. - Übergang und Change Management
Altsystem und neue Plattform liefen über einen festgelegten Zeitraum hinweg parallel. Die Datenmigration, die Schulung der Mitarbeitenden in den neuen Prozessen und Benutzeroberflächen sowie die gezielte Kommunikation über die anstehenden Veränderungen waren als integrierte Projektbestandteile geplant. Die Unterstützung durch das Management half, Akzeptanz in der Breite zu erzielen. In der Anfangsphase des MVP-Betriebs auftretende Bugs und Performance-Probleme wurden im laufenden Betrieb behoben, ohne dass das Altsystem vorzeitig abgeschaltet wurde. Die langfristige Wartung und Weiterentwicklung des neuen Systems war von Beginn an fester Bestandteil des Betriebsmodells.
Das Ergebnis
Nach zwei Jahren wurde das MVP produktiv in Betrieb genommen. In den folgenden drei Jahren wurde die Plattform auf Basis der Microservices-Architektur um weitere Features ausgebaut, wobei unabhängige Deployments je Domäne möglich waren.
| Kennzahl | Ergebnis |
| Time-to-MVP | Produktiv nach 2 Jahren |
| Weiterentwicklung | 3 weitere Jahre Feature-Ausbau im laufenden Betrieb |
| Projektgröße | ca. 100 Mitarbeitende |
| Marktabdeckung | Einheitliche, mehrsprachige Plattform, ausgelegt für den europäischen Markt |
Mithilfe der neuen Softwareplattform können mehrere Märkte und Sprachen aus einer Anwendung heraus bedient werden, anstatt wie zuvor geografisch getrennte Einzellösungen zu nutzen. Die Weiterentwicklung der Plattform ist durch automatisierte Tests auf jeder Stufe abgesichert, sodass neue Funktionen ohne manuelle Regressionstests eingespielt werden können. Incidents werden über Dashboards frühzeitig erkannt und gezielt behoben, ohne den Gesamtbetrieb zu gefährden. Änderungen an einzelnen Domänen lassen sich unabhängig voneinander einspielen, ohne das Gesamtsystem zu beeinträchtigen.
7P unterstützt Sie bei der Analyse, der Architekturentscheidung und der Umsetzung.
Kernsysteme, die über Jahre gewachsen sind und die aktuellen fachlichen und regulatorischen Anforderungen nicht mehr abbilden können, sind keine Seltenheit.

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